Langenargen, den 8.12.2025

 

Liebe Mitbürger- und Mitbürgerinnen,

sehr geehrte Damen und Herren der Verwaltung,

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

wir blicken erneut auf herausfordernde Zeiten. Die Haushaltszahlen zeigen deutlich, was derzeit in Städten und Gemeinden landesweit zu spüren ist: Die Aufgaben wachsen, doch die Einnahmen steigen nicht mit. Dass über 90 Prozent der Kommunen in Deutschland vor denselben Problemen stehen, darf uns jedoch nicht beruhigen. Im Gegenteil: Es verpflichtet uns als Gemeinde umso mehr, verantwortungsvoll und vorausschauend zu handeln.

Ein Blick in unseren Haushaltsplan zeigt, dass Langenargen mit seinem Schuldenstand sogar über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden in Baden-Württemberg liegt. Als Tourismusgemeinde müssen wir jedoch gerade jetzt dafür sorgen, unsere Attraktivität – und damit einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor – zu erhalten. Viele große Investitionen wurden in den letzten Jahren auf den Weg gebracht und werden nun endlich umgesetzt:

  • 2026 übergeben wir ein modernes, zukunftsfähiges Feuerwehrhaus.
  • Die Tiefgarage am Schloss wird saniert und steht schono bald Bürgerinnen, Bürgern und Gästen erneut zur Verfügung.
  • Das Schloss wurde 2024 wieder in Betrieb genommen, weitere Sanierungen folgten, und mit der Sanierung der Schlossmauer wird das Gebäude seinen alten Glanz zurückbekommen.

Verantwortung für kommende Generationen

Diese, unsere Verantwortung gilt besonders der jüngeren Generation. Wir müssen den bestehenden Investitionsstau konsequent abbauen und alle künftigen Projekte darauf prüfen, ob sie generationsgerecht sind. Das heißt:

  • Infrastruktur und Klimaschutz stärken,
  • Energieverbräuche reduzieren,
  • Ressourcen nachhaltig nutzen
  • Wichtige Bauaufgaben, wie das Pflegeheim, sowie die Sanierung des Hospitals zum Heiligen Geist auf den Weg bringen, auch das ist Generationenverantwortung!
  • Die Sanierung der 3-Feldhalle mit dem integrierten Kindergarten nicht zu vergessen, für die wir durch den Zuschuß des Bundes eine Chance zur Sanierung bekommen haben

Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED ist ein wichtiger Schritt: nachhaltig, kostensenkend und zukunftsorientiert. Auch unsere gemeindeeigenen Gebäude müssen wir kritisch prüfen. Energetische Sanierungen, optimierte Nutzung und eine klare Analyse von Wärme- und Stromverbräuchen sind zentrale Bausteine, um die zum Teil stark gestiegenen Betriebskosten zu reduzieren.

Ein weiterer richtiger Schritt ist die Kommunale Wärmeplanung. Ebenso ist die Sanierung des Wassernetzes unerlässlich, um die erheblichen Wasserverluste zu stoppen.

Effizienz prüfen – ohne Tabus:

Wir müssen uns ehrlich fragen:

  • Müssen alle öffentlichen Toiletten ganzjährig geöffnet sein – trotz hoher Unterhaltskosten?
  • Nutzen wir unsere gemeindeeigenen Gebäude effizient?
  • Entsprechen unsere gewerblichen Mieten dem Mietspiegel?
  • Warum steht das Gebäude im Amselweg bisher leer?

Es sind oft die vielen kleinen Posten, die in Summe hohe Einsparpotenziale bieten. Auch wenn das gelegentlich mit Komfortverlusten einhergeht, ist eine ehrliche Priorisierung notwendig.

Wir stimmen dem Vorschlag zu, eine Arbeitsgruppe zum  Thema Einsparung zu bilden.

Gleichzeitig ist festzuhalten: Uns ist im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden keine wesentliche Einnahmequelle weggebrochen. Unser Gewerbe trägt weiterhin verlässlich zum Haushalt bei. Deshalb ist es umso wichtiger, dieses Rückgrat unserer Wirtschaftsstruktur auch künftig zu unterstützen.

Die eigentliche Problematik sind die stetig steigenden Kreisumlagen und die damit verbundenen Personalkosten, die uns zunehmend belasten. Die weitere Entwicklung ist schwer vorhersehbar und erschwert verlässliche Planungen.

Einnahmen stärken – Maßnahmen vorbereiten

Der Haushaltsplan fordert es klar: Maßnahmen sind in die Zukunft zu verschieben, solange Einnahmen fehlen. Durch zusätzliche Einnahmen oder Einsparungen müssen wir handlungsfähig bleiben.

Erste Schritte wurden bereits eingeleitet:

  • Einführung der neuen Parkraumbewirtschaftung
  • Erhöhung der Zweitwohnungssteuer

Weitere Maßnahmen werden folgen müssen.

Wohnraum schaffen:  unsere drängendste Aufgabe

Seit 2010 wurden in Langenargen 363 neue Wohnungen geschaffen – davon rund 15 % als Zweitwohnungen. Es war daher konsequent, dass wir als Fraktionsgemeinschaft eine Erhöhung der Zweitwohnungssteuer beantragt haben: sie wurde auf 35% angehoben.

Wertvoller Wohnraum muss in erster Linie den Menschen dienen, die hier leben und arbeiten.

Das Projekt Naturella ist in der Statistik noch nicht enthalten. Mit 119 Wohnungen und einem modernen Mobilitätskonzept hat es kurzfristig eine  wichtige Entlastung für den Wohnungsmarkt gebracht.

Wir brauchen jedoch weitere innovative Wohnformen, maßvolle Innenverdichtung und kreative Konzepte. Die Umsetzung des Bebauungsplans Rosenstraße ist ein sinnvoller Schritt. Auch im Baugebiet Eugen-Bolz-Straße muss endlich eine Lösung gefunden werden!

Beim Thema Wohnraum sind alle gefragt – nicht nur die Gemeinde.

Zentrale Infrastruktur erhalten – trotz knapper Mittel:

Bei den Haushaltszahlen tauchen verständliche Fragen auf: Können wir uns eine Bücherei leisten? Ein Schwimmbad? Ein Freibad?

Für uns, die Fraktionsgemeinschaft OGL und SPD, ist klar:
In Bildung, Kinderbetreuung und zentrale Infrastruktur zu investieren, ist keine Option – es ist eine Verantwortung.

Diese Investitionen sind nicht nur sozial notwendig, sondern auch wirtschaftlich klug. Kinderbetreuung, Schulen, kulturelle Angebote und öffentliche Einrichtungen bilden das Fundament für Lebensqualität und für eine starke Zukunft unserer Gemeinde. Auch die Kultur spielt dabei eine unverzichtbare Rolle.

 

Zum Schluß gilt unser Dank der Verwaltung und vor allem Herrn Kowollik für die Aufstellung dieses nicht so ganz einfachen Haushaltsplanes 2026!